Ausgewählte Krankheitsbilder

Magengeschwür

Etwa 40.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich an einem Magengeschwür. Ein Magengeschwür ist ein lokalisierter Defekt der Magenschleimhaut. Der Magen ist aus dem Gleichgewicht gekommen: Das Verhältnis zwischen der aggressiven Magensäure und der schützenden Magenschleimhaut stimmt nicht mehr.

Häufig ist ein Bakterium, das die Magenschleimhaut befallen hat, für das Magengeschwür verantwortlich und schwächt die Schutzfunktion. Aber auch die längere Einnahme von bestimmten Medikamenten (schmerz- und entzündungshemmende Mittel), körperlicher Stress (z.B. durch eine schwere Krankheit) oder andere Erkrankungen können die Ursache für ein Magengeschwür sein.

Ein Magengeschwür macht sich recht deutlich mit Magenschmerzen, vor allem nach dem Essen, bemerkbar. Es kann auch zu gefährlichen Situationen wie zu einer Blutung aus dem Geschwür und zu einem Magendurchbruch kommen. Lange bestehende Geschwüre können zu einer Verengung des Magenausgangs führen und Magenkrebs begünstigen.

Eine Magenspiegelung hilft bei der Diagnose. Es werden Gewebeproben entnommen, in denen Bakterien nachgewiesen werden können.

Ein Magengeschwür wird in der Regel medikamentös behandelt, eine operative Therapie ist heute nur noch bei Komplikationen notwendig. Wenn durch die Magenspiegelung Bakterien nachgewiesen wurden, wird dieser Keim – meist mit einer Antibiotika-Kombination - abgetötet. Zur Abheilung des Geschwürs wird die Säureproduktion des Magen vermindert, damit sich die Magenschleimhaut regenerieren kann. Schleimhautschädigende Faktoren wie Rauchen oder auch bestimmte Medikamente sollten gemieden werden.

Morbus Crohn

Morbus Crohn ist eine chronische Entzündung der Darmwand. Die Krankheit kann verschiedene Darmbereiche betreffen: den letzten Teil des Dünndarms (Ileum), den Dickdarm (Kolon) oder beide Darmabschnitte gleichzeitig. Sie kann auch andere Bereiche des gesamten Magen-Darm-Trakts befallen. Typische Krankheitszeichen sind Unterleibschmerzen wie bei einer Blinddarmentzündung im rechten Unterbauch mit Durchfällen ohne Blut.

Die Ursachen für diese Darmenzündung sind wissenschaftlich noch nicht geklärt. Man vermutet eine Kombination aus erblichen, infektiösen, psychischen und vor allem immunologischen Einflüssen.

In den von Morbus Crohn befallenen Darmabschnitten entzünden sich alle Schichten der Darmwand. In den entzündeten Darmabschnitten werden Nahrungsbestandteile nicht mehr ausreichend aufgenommen. Wenn die erkrankten Regionen abheilen, hinterlässt die Entzündung Narben, die den Darm verengen. Die vernarbten Abschnitte können Darmverschlüsse verursachen. Außerdem können sich Abszesse und Fisteln bilden.

Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein. Viele Patienten haben über eine längere Zeit hinweg nur wenige Beschwerden, und es vergeht oft eine lange Zeit, bevor die Erkrankung erkannt wird. Typische Krankheitssymptome sind Durchfall, Schmerzen in der unteren rechten Seite des Bauchs (wie bei einer Blinddarmentzündung), leichtes Fieber, Appetitlosigkeit aber auch Beschwerden außerhalb des Verdauungstrakts wie Gelenksentzündungen, Hautveränderungen (knotige und entzündliche Verdickungen der Haut) oder Aphthen (Wundstellen der Mundschleimhaut), Augenentzündungen sowie Leberentzündung.

Für die Diagnosestellung werden folgende Untersuchungsmethoden angewendet:

  • Eine Darmspiegelung (Ileoskopie und Koloskopie), bei der Gewebeproben entnommen werden.
  • Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Darüber hinaus untersuchen wir das Blut auf Entzündungszeichen und Blutverlust und den Stuhl auf Bakterien.

Bei Morbus Crohn ist eine richtige Ernährung von zentraler Bedeutung! Der Patient muss einen möglichen Mangel an Vitaminen, Eiweiß, Eisen, Nährstoffen ausgleichen können. Morbus Crohn ist eine chronische Erkrankung, die schubweise verläuft. Während eines akuten Schubs lindert eine ballaststofffreie Kost häufig die Beschwerden, bei besonders schweren Schüben wird über den Tropf ernährt, um den gereizten Darm dadurch zu entlasten.

Daneben werden die Entzündung und die Beschwerden medikamentös gelindert. Dies geschieht durch die Gabe von Kortison, einem entzündungshemmenden Hormon, oder auch durch kortisonfreie, entzündungshemmende Mittel (Aminosalizylate), die so hergestellt sind, dass sie gezielt bereits im Dünndarm oder erst im Dickdarm wirken. Bei schweren Krankheitsverläufen werden auch Mittel, die das Immunsystem bremsen (Immunsuppressiva), eingesetzt. Bei einem problematischen Verlauf des Morbus Crohn gibt es für manche Patienten TNF-Antikörper. Dieser Stoff bindet Botenstoffe zwischen den Entzündungszellen und verhindert so eine Ausbreitung der Entzündungsreaktion. Antibiotika kommen nur dann zum Einsatz, wenn in Fisteln und Abszessen gleichzeitig eine durch Bakterien ausgelöste Entzündung vorliegt.

Trotz dieser medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten ist häufig ein chirurgischer Eingriff nötig: Verengte Stellen im Darm werden mit einem Ballon aufgedehnt, Fisteln müssen verschlossen und Abszesse aufgeschnitten werden. Außerdem müssen unter Umständen die stark befallenenen Darmabschnitte entfernt werden. Dieser Eingriff wird erst bei schwerwiegenden Komplikationen (Darmdurchbruch, Bauchfellentzündung, Darmverschluss) durchgeführt.

Colitis ulcerosa (Dickdarmentzündung)

Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung des Dickdarms. Bei der Colitis ulcerosa sind vor allem die oberflächlichen Schleimhautschichten im Dickdarm betroffen, in denen entzündliche, leicht blutende Geschwüre entstehen.

Die Colitis ulcerosa verläuft meist chronisch und in Schüben. Auch wenn in den beschwerdefreien Phasen ein normales Leben möglich ist, ist ein akuter Schub nicht nur schmerzhaft, sondern zwingt zur Bettruhe oder sogar zum Krankenhausaufenthalt.

Die Ursachen für diese Erkrankungen liegen noch im Dunkeln. Man vermutet ein Zusammenspiel von erblichen, infektiösen, psychischen und immunologischen Faktoren.

Colitis ulcerosa befällt den Enddarm, auch Mastdarm genannt. Von dort kann sich die Erkrankung unterschiedlich weit über den gesamten Dickdarm erstrecken.

Je weiter die Krankheit fortgeschritten ist und je weiter sie sich ausgedehnt hat, desto heftiger können die Beschwerden sein: Blutige Durchfälle, starke Bauchschmerzen, leichtes Fieber, Gewichtsabnahme, manchmal auch Gelenkentzündung (Arthritis), Hautentzündungen oder Augenentzündungen.

Für die Diagnose zeigt eine Blutuntersuchung das Ausmaß der Entzündung und des Blutverlustes. Wichtig ist vor allem die Durchführung einer Darmspiegelung (Koloskopie). Dabei können auch Gewebeproben von der Schleimhaut gewonnen werden. Die Proben werden im Labor unter dem Mikroskop untersucht. Danach weiß man, ob eine Entzündung vorliegt und wie diese beschaffen ist.

Als ergänzende Methode wird die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauches eingesetzt.

Durch eine Stuhluntersuchung kann eine Infektion mit Darmbakterien festgestellt werden.

Da die Ursache der Dickdarmentzündung nicht bekannt ist, können bei dieser Krankheit bislang leider nur die Symptome gelindert werden. Dies geschieht medikamentös mit kortisonfreien, entzündungshemmenden Mittel, die erst am Ende des Dünndarms oder erst im Dickdarm wirken. Kortison wird bei schweren Schüben verabreicht. Mittel, die das Immunsystem bremsen (Immunsuppressiva ), werden bei schweren Verläufen eingesetzt. Wenn Kortison nicht ausreichend wirkt, zu hohe Nebenwirkungen verursacht oder aus einem anderen Grund nicht gegeben werden kann, weicht man ebenfalls auf diese Medikamente aus. Um die krankheitsfreien Intervalle zu verlängern, verordnet der Arzt eine Dauermedikation, die die Zeit bis zum Auftreten eines neuen Schubes verlängern können.

Meistens können Patienten mit einer leichten oder mittelschweren Colitis ulcerosa ambulant behandelt werden. In einigen Fällen muss jedoch operiert werden. Bei diesem Eingriff wird der gesamte Dickdarm entfernt. Neue chirurgische Techniken erlauben es, den Dünndarm direkt mit dem Schließmuskel zu verbinden. Somit bleibt eine kontrollierte Darmentleerung erhalten und es wird ein künstlicher Darmausgang vermieden.

Hepatitis

Die Leber ist das zentrale Organ des gesamten Stoffwechsels. Im erwachsenen menschlichen Körper ist sie die größte Verdauungsdrüse. Weitere Aufgaben sind die Speicherung von Vitaminen und der Hormontransport. Sie bildet verschiedene Bluteiweiße, Abwehrstoffe und Galle und ist das Hauptentgiftungsorgan. Fast alle Nährstoffe, die aus dem Darm ins Blut aufgenommen werden, gelangen zuerst zur Leber und werden dann von dieser je nach Bedarf ans Blut abgegeben oder aus dem Blut entfernt.

Hepatitis bedeutet Leberentzündung und kann durch Viren, durch Autoimmunerkrankungen oder durch Giftstoffe wie Alkohol oder Medikamente ausgelöst werden.

Es gibt zwei Arten von Hepatitis. Eine akute Hepatitis dauert weniger als sechs Monate. Von einer chronischen Hepatitis wird gesprochen, wenn sie länger als sechs Monate dauert.

Bei einer akuten Hepatitis kann die Infektion mit verschiedenen Hepatitis-Viren erfolgen. Man unterscheidet – je nach Virus – zwischen Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D, Hepatitis E und Hepatitis G.

Auch bei andere Infektionskrankheiten können Erreger die Leber angreifen. Man spricht dann von einer Begleithepatitis. Die häufigsten Erreger sind Viren (Pfeiffersches Drüsenfieber), Cytomegalie-Virus (CMV-Infektion), Bakterien (Leptospirose, Brucellose) oder Parasiten (Amöbenruhr, Malaria).

Auch Vergiftungen können zu einer Entzündung der Leber führen. Typische Gifte sind beispielsweise Alkohol oder Pilzgifte (Knollenblätterpilz), aber auch Arzneimittel wie eine Überdosierung von Paracetamol.