Behandlung von Arthrose

Intraartikuläre Injektion von Hyaluronsäure


Als Arthrose (arthrosis deforfmans) werden verschleißbedingte Erkrankungen von Gelenken bezeichnet. Die Arthrose gehört zu den „großen Volkskrankheiten“. Besonders häufig betroffen sind neben den Fingermittel- und endgelenken die Knie-, Hüft-, Sprung- und Schultergelenke.

Hyaluronsäure ist ein natürlicher vorkommender Bestandteil der Gelenkflüssigkeit (Synovia) und dient als Schmiermittel der Gelenke. Seit mehr als 20 Jahren wird industriell hergestellte Hyaluronsäure zur Behandlung der Arthrose eingesetzt.

Bei der intraartikulären Injektionsbehandlung mit Hyaluronsäure wird das Gelenk direkt punktiert und Hyaluronsäure hineingespritzt. Diese Behandlung ist weit verbreitet und wird sehr häufig bei Patienten mit Arthrose eingesetzt. Diese intraartikulären Injektionen werden als individuelle Gesundheits- Leistungen (IGeL) angeboten.

Grundsätzlich kann eine solche Behandlung bei jedem arthrotischen Gelenk eingesetzt werden. Das am häufigsten von Arthrose betroffene Kniegelenk eignet sich technisch (Größe, einfacher Zugangsweg) besonders gut für Gelenkpunktionen. Wissenschaftliche Untersuchungen liegen daher vor allem für die Injektion von Hyaluronsäure in das Kniegelenk vor.

Zusammenfassend kann nach der gegenwärtigen Datenlage davon ausgegangen werden, dass die intraartikuläre Injektionsbehandlung mit Hyaluronsäure bei Patienten mit Arthrose Schmerzen lindern und die Beweglichkeit verbessern kann. Patienten mit leichter bis mittelschwerer Arthrose profitieren mehr als solche mit schweren, fortgeschrittenen degenerativen Veränderungen.

Die intraartikuläre Injektionsbehandlung mit Hyaluronsäurepräparaten ist keine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Die Kosten für die Behandlung müssen also von den Versicherten selbst übernommen werden. Dabei liegen die Kosten abhängig vom angewendeten Präparat in der Größenordnung um 50€ pro Injektion, bei einer Behandlungsserie von drei bis fünf Injektionen entstehen für den Patienten entsprechend Kosten zwischen 150 € und 250 €.

Die intraartikuläre Injektion von Hyaluronsäure (sogenannte Viscosupplementation) kann positive Effekte auf die Beschwerdeintensität und die Gelenkfunktion bei Patienten mit Kniegelenkarthrose erzielen. Der Effekt dieser Behandlung ist unterschiedlich stark ausgeprägt und hält unterschiedlich lange an. Bei leichter bis mittelschwerer Arthrose ist ein Therapieversuch (i.d.R. drei bis fünf Injektionen) gerechtfertigt. Die intraartikuläre Injektion von Hyaluronsäurepräparaten ist Bestandteil der Empfehlungen entsprechender deutscher Fachgesellschaften. Eine wiederholte Injektionsserie nach entsprechendem Therapieintervall bei gutem Erfolg einer ersten Behandlung ist grundsätzlich möglich.

Das Risiko der Therapie ist in den Händen eines mit der Durchführung von Gelenkpunktionen vertrauten Arztes unter streng aseptischer Durchführung als gering einzustufen. Die schwerwiegendste Komplikation (septische Arthritis) tritt mit einer Häufigkeit von einer Komplikation auf 3.000 bis 126.000 Punktionen auf.

Ein Einfluss auf die strukturellen Veränderungen des Gelenkes im Sinne einer Umkehr des degenerativen knöchernen Prozesses kann durch die Injektion von Hyaluronsäure in das Gelenk nicht erreicht werden, insofern handelt es sich um eine (vorwiegend) symptomatische und nicht um eine ursächliche Therapie.